Inhaltsverzeichnis
- Das häufigste Problem: „Ja, ich kenne Lexware"
- Direktzugang oder Export – der entscheidende Unterschied
- Wo Sie mit der Suche beginnen
- Die fünf Kriterien bei der Auswahl
- Sieben Fragen für das Erstgespräch
- Warnsignale, die Sie kennen sollten
- Wie die Zusammenarbeit konkret aussieht
- Was ein Lexware-Office-Steuerberater kostet
- Wann und wie Sie wechseln
- Häufige Fragen
Das häufigste Problem: „Ja, ich kenne Lexware"
Lexware Office – bis 2024 unter dem Namen lexoffice bekannt – ist nach Angaben des Anbieters die meistgenutzte Cloud-Buchhaltungssoftware Deutschlands; über 350.000 kleine und mittlere Unternehmen arbeiten damit. Parallel hat der Anbieter ein Kanzlei-Ökosystem aufgebaut: Über 73.000 Steuerkanzleien sind in der integrierten Steuerberatersuche eingetragen.
Die Zahl täuscht. Eingetragen zu sein heißt nicht, mit der Software zu arbeiten. In vielen Mandaten läuft es so: Sie exportieren Ihre Daten als CSV oder DATEV-Datei, die Kanzlei importiert sie in ihr eigenes System und verbringt damit Zeit, die Sie bezahlen. Das ist kein Vorwurf an allgemein aufgestellte Kanzleien – sie kennen viele Softwarelösungen, jede davon oberflächlich. Aber als Lexware-Nutzer zahlen Sie dann zweimal: einmal für die Software und einmal dafür, dass jemand ihre Daten von Hand überträgt.
Ein auf Lexware Office spezialisierter Steuerberater greift direkt auf Ihren Datenbestand zu – ohne Export, ohne manuelle Übertragung, ohne zusätzlichen Aufwand für Sie.
Direktzugang oder Export – der entscheidende Unterschied
Wie eine Kanzlei auf Ihre Daten zugreift, ist die praktisch wichtigste Frage. Es gibt zwei Modelle:
Direktzugang über das Steuerberater-Cockpit
Der Steuerberater wird in Ihr Lexware-Office-Konto eingeladen und erhält einen eigenen Zugang. Er sieht Buchungen, Salden, Auswertungen und Belege in Echtzeit, prüft laufend und zieht die monatliche BWA zu einem festen Termin direkt aus dem System. Für Sie bedeutet das: keine Exporte, keine Vorbereitung, kein Medienbruch. Der Zugang ist für beide Seiten kostenlos.
Export-Modell über DATEV
Lexware Office kann Buchungsdaten und Belege im DATEV-Format ausgeben; die Kanzlei importiert sie in ihre eigene Software. Technisch ist das sauber, praktisch bedeutet es zusätzliche Arbeitsschritte auf beiden Seiten, Fehlerpotenzial bei der Konvertierung und zeitversetzte Auswertungen. Wer wenig Eigenaufwand will, ist mit dem Direktzugang besser bedient.
Ein Spezialist sollte darüber hinaus die typischen Fallstricke kennen: falsch gebuchte Umsatzsteuerkategorien im E-Commerce, OSS-Sachverhalte bei EU-Verkäufen, Abgleichfehler bei mehreren Bankkonten und die GoBD-Anforderungen an die Kassenführung.
Wo Sie mit der Suche beginnen
- Die Suche in Lexware Office selbst – unter Einstellungen → Mein Steuerberater finden Sie eine Karte mit registrierten Kanzleien. Dort stehen ausschließlich Kanzleien, die tatsächlich einen eigenen Zugang beantragt haben. Kein Qualitätssiegel, aber ein verlässlicher Ausgangspunkt.
- Gezielte Google-Suche – Begriffe wie „Lexware Office Steuerberater" oder „Steuerberater Lexware digital" führen zu Kanzleien, die sich in dieser Nische positionieren. Bewertungen bei Google oder ProvenExpert geben zusätzliche Hinweise.
- Empfehlungen aus dem Netzwerk – besonders wertvoll, wenn der Empfehlende selbst Lexware Office nutzt und zur Zusammenarbeit Konkretes sagen kann.
Die fünf Kriterien bei der Auswahl
- Direkter Zugang statt Export – kann die Kanzlei direkt auf Ihr Konto zugreifen, oder verlangt sie regelmäßig Exporte von Ihnen? Das ist das härteste Unterscheidungsmerkmal.
- Erreichbarkeit und fester Ansprechpartner – wie schnell kommt eine Antwort, und sprechen Sie immer mit derselben Person? Mehr als 48 Stunden Reaktionszeit ist für eine digitale Kanzlei schwer zu begründen.
- Transparente Preise – seriöse Kanzleien nennen Richtwerte im Erstgespräch oder auf der Website. Reine Abrechnung nach Steuerberatervergütungsverordnung ist zulässig, aber für Sie schwer kalkulierbar.
- Erfahrung mit Ihrer Branche – ob E-Commerce, Handwerk oder Dienstleistung: Die steuerlichen Besonderheiten unterscheiden sich erheblich. Fragen Sie nach konkreten Beispielen.
- Beratung statt reiner Buchführung – werden Sie von sich aus auf Gestaltungsmöglichkeiten hingewiesen, etwa Investitionsabzugsbeträge, Nettolohnoptimierung oder Rechtsformwahl? Das unterscheidet eine beratende von einer nur buchenden Kanzlei.
Sieben Fragen für das Erstgespräch
Die Antworten sagen mehr als jede Kanzlei-Website:
- „Wie greifen Sie auf meine Lexware-Daten zu?" – Gute Antwort: über den Steuerberater-Zugang. Schlechte Antwort: „Schicken Sie mir bitte monatlich einen CSV-Export."
- „Bis wann liegt meine BWA nach Monatsende vor?" – Gute Antwort: bis zum 5. des Folgemonats, automatisch und ohne Nachfrage.
- „Muss ich für den Jahresabschluss Daten gesondert aufbereiten?" – Gute Antwort: nein.
- „Wie behandeln Sie OSS-Buchungen bei EU-Verkäufen?" – Hier trennt sich fachliche Tiefe von Marketing.
- „Was kostet das Onboarding?" – Erwartbar ist eine konkrete Zahl. Bei LXO: 450 € netto einmalig.
- „Wie lange dauert es, bis ich als Mandant aktiv bin?" – Gute Antwort: 24 bis 48 Stunden.
- „Weisen Sie mich von sich aus auf Gestaltungsmöglichkeiten hin?" – Daran erkennen Sie, ob die Kanzlei mitdenkt oder nur ausführt.
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Erstgespräch buchenWarnsignale, die Sie kennen sollten
- Die Kanzlei bittet Sie monatlich um einen CSV- oder DATEV-Export aus Lexware Office
- Die Steuerberater-Schnittstelle von Lexware Office ist ihr kein Begriff
- Die BWA liegt regelmäßig später als vier Wochen nach Monatsende vor
- Auf Preisfragen im Erstgespräch kommen keine konkreten Zahlen
- Spezifische Lexware-Fragen – Umsatzsteuerkategorien, OSS, Reverse Charge – bleiben unbeantwortet
- Termine sind nur in Präsenz möglich, Unterlagen nur auf Papier
Treffen zwei oder mehr dieser Punkte auf Ihre jetzige Kanzlei zu, lohnt sich ein Wechsel.
Wie die Zusammenarbeit konkret aussieht
- Sie erfassen Belege in Lexware Office – per App-Scan, Drag-and-Drop oder über den E-Mail-Posteingang des Programms.
- Die Kanzlei ruft Belege und Buchungen direkt aus Ihrem Konto ab und prüft sie laufend.
- Fehler und offene Punkte werden direkt zurückgemeldet, per E-Mail oder Telefon.
- Die Umsatzsteuervoranmeldung übermittelt die Kanzlei über ELSTER, ohne dass Sie etwas vorbereiten.
- Die BWA liegt zu einem festen Termin vor und ist direkt in Lexware Office abrufbar.
Der Vorteil: Beide Seiten arbeiten mit denselben Daten in derselben Oberfläche. Das reduziert Rückfragen, Fehler und Zeitaufwand – bei Ihnen wie in der Kanzlei.
Was ein Lexware-Office-Steuerberater kostet
Richtwerte netto zzgl. 19 % Umsatzsteuer:
- Finanzbuchhaltung – ab 209 €/Monat, für die vollständige monatliche Buchführung inklusive BWA und Umsatzsteuervoranmeldung
- Jahresabschluss – ab 1.190 €/Jahr, für EÜR oder Bilanz inklusive Steuererklärungen
- Steuerberater-Flatrate – ab 397 €/Monat, Buchhaltung, Abschluss und laufende Beratung in einem Paket
- Onboarding – einmalig 450 €, für Mandatseinrichtung, Datenmigration und Lexware-Anbindung
Achten Sie darauf, dass Preise als Nettobeträge ausgewiesen sind. Wenn eine Kanzlei keine Richtwerte nennen kann, deutet das auf schwer kalkulierbare Abrechnung hin.
Wann und wie Sie wechseln
Ein Wechsel ist jederzeit möglich, auch mitten im Geschäftsjahr. Anlass dafür ist typischerweise eines dieser Signale: Sie bereiten Daten manuell auf, bevor Sie sie weitergeben. Die BWA kommt zu spät. Steuerliche Hinweise kommen nur, wenn Sie fragen. Die Preise sind intransparent.
Den Wechsel selbst müssen Sie nicht organisieren. Wir übernehmen die Kommunikation mit der bisherigen Kanzlei, fordern die Unterlagen an, richten die ELSTER-Vollmacht und den Lexware-Direktzugang ein und übernehmen die Datenmigration – in der Regel innerhalb von 48 Stunden nach dem Erstgespräch. Ihre Software behalten Sie: Lexware Office ist Ihr Vertrag, es ändert sich nur, wer Zugang hat.
Häufige Fragen
Der Direktzugang. Ein spezialisierter Berater arbeitet mit einem eigenen Zugang zu Ihrem Lexware-Office-Konto, sieht Buchungen, BWA und Salden in Echtzeit und benötigt keine Exporte. Ein allgemein aufgestellter Berater kennt die Software oft nur oberflächlich und arbeitet über den Umweg des Datenexports.
Über die integrierte Steuerberatersuche in Lexware Office unter „Einstellungen → Mein Steuerberater", über eine gezielte Google-Suche oder über Empfehlungen. Prüfen Sie anschließend im Erstgespräch Direktzugang, BWA-Lieferzeit und Preistransparenz.
Bei LXO: Buchhaltung ab 209 €/Monat, Flatrate ab 397 €/Monat, Jahresabschluss ab 1.190 €/Jahr, Onboarding einmalig 450 € – jeweils netto zzgl. 19 % Umsatzsteuer.
Ja. Für viele Selbstständige ist aber die Kombination sinnvoll: Sie buchen selbst, die Kanzlei prüft laufend und erstellt den Jahresabschluss – den darf ohnehin nur ein Steuerberater einreichen.
Nein. Die Software ist Ihr eigener Vertrag. Beim Wechsel ändert sich nur, welche Kanzlei Zugang zu Ihrem Konto hat. Ihre Daten bleiben vollständig erhalten.
Ja, auch mitten im Geschäftsjahr. Wir übernehmen Kündigung, Unterlagenanforderung, ELSTER-Vollmacht und Datenmigration – in der Regel innerhalb von 48 Stunden nach dem Erstgespräch.
Über 73.000 Kanzleien sind im Verzeichnis registriert. Aktiv mit Direktzugang arbeitet davon nur ein Teil – viele nutzen lediglich den DATEV-Export.
Bei LXO bis zum 5. des Folgemonats, automatisch und ohne Anfrage. Liegt die BWA in Ihrer jetzigen Kanzlei regelmäßig erst nach vier Wochen oder später vor, ist das ein Warnsignal.
Stand: September 2026. Alle Preise netto zzgl. 19 % Umsatzsteuer. Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar.